Dies ist die Fortsetzung zu den Kurzgeschichten „Nachts mit Drogendealern“, „Wenn es blutig wird“, „Am Messer…“ und „Die wahre Angst“. Ansonsten wünsche ich viel Freunde an dieser kleinen Fortsetzung!

„Hier würde ich wohl vorläufig sicher sein…“ Jedenfalls dachte ich mir dies, als ich die kleine Zweizimmerwohnung in dem Wohnblock gegenüber dem Kiosk in der 88th Ave betrat und langsam die Tür hinter mir zugehen lies. Ich blickte mich um, von oben auf der Treppe zum Oberzimmer hatte man einen perfekten Überblick auf die Straße und die erste Dunkelheit machte sich bereits breit. Unter der Matratze konnte man deutlich die Spitze einer Waffe aufblitzen sehen und im Schrank wusste ich einen Turnbeutel und andere Gebrauchsgegenstände. Ich hatte diesen Ort hier früher, als ich noch fest für den Ross Clan gearbeitet hatte, als geheimen Unterschlupf genutzt und hatte es so nie für nötig gehalten irgendjemandem von diesem Ort zu erzählen, was gut war, wie mir so beim Nachdenken über die Ereignisse der letzten Tage auffiel…

Langsam bewegte ich mein kleines Einbruchswerkzeug zum Schlösserknacken im Schloss, der fest verschlossenen Tür, des Kiosks gegenüber dem großen Wohnblock, in dem sich auch mein kleines Geheimversteck befand, hin und her. Dann machte es laut, für meinen Geschmack etwas zu laut, „Klick“, und die Tür sprang quietschend auf, während sich ein höchst zufriedenes Lächeln auf meinem Gesicht ausbreitete. Leise trat ich ein und überlegte, wo sich nochmal die Kasse mit dem Geld bei meinem letzten Besuch befunden hatte. Um den alten Kioskbesitzer tat es mir zwar leid, aber was hatte ich für eine Wahl? Ich benötigte dringend Geld, denn im Kühlschrank in meinem Versteck, dessen Strom ich mir illegal abzapfte, hatte ich nur eine zusammengequetschte Tiefkühlpizza gefunden, die ich nicht hatte verzehren können, da ich damals, als ich meine kleine Wohnung eingerichtet hatte nicht, auch nur im Geringsten an eine Mikrowelle oder einen Ofen gedacht hatte. Mittlerweile war ich damit beschäftigt, die Kasse sorgfältig aufzuschrauben, was mir auch einigermaßen gut gelang. Schließlich war ich soweit und öffnete mit Hilfe eines kleinen Tricks, den mir ein Freund von mir mal beigebracht hatte feierlich die nun vollkommen verwüstete und nicht mehr zu benutzende Kasse. Langsam strich ich mit meiner Hand über die etlichen Scheine, die sich nun so vor mir aufgetan hatten, zog schließlich ein paar Bündel 5$-Scheine aus der Kasse, ließ sie in meinen Rucksack fallen und ließ den Rest einfach links liegen. Auf dem Rückweg ließ ich noch hier und da ein paar Lebensmittel und ein/zwei Zeitschriften mitgehen und verriegelte dann hinter mir sorgfältig die Tür, in der Hoffnung, das gesprengte Schloss würde nicht direkt auffallen. Als ich dies nun hinter mir hatte, packte ich meine Beine in die Hand und begab mich so schnell es mir möglich war ins Dunkle auf die andere Straßenseite.

Ich hatte Glück gehabt. Hätte ich auch nur eine halbe Minute länger gebraucht, hätte mich der Polizeistreifenwagen, der in diesem Moment um die Ecke bog, mit ziemlicher Sicherheit auf frischer Tat ertappt. Ich atmete erleichtert aus, es bestand ja kein Grund zur Panik. Hier würden sie mich schon nicht sehen und außerdem würde ich mit dem Geld, das ich soeben erbeutet hatte, wohl ein paar Wochen durchkommen… warum hatte ich also so ein mieses Gefühl, als ich das Treppenhaus des Wohnblocks betrat?

Fortsetzung folgt

Hinweis: Alle Inhalte, Orte, Zahlen und Namen, die in dieser Geschichte genannt werden, sind größtenteils fiktiv und beziehen sich auf keinerlei wahre Begebenheiten!

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