Dies ist die Fortsetzung zu den Kurzgeschichten „Nachts mit Drogendealern“, „Wenn es blutig wird“ und „Am Messer…“! Ansonsten wünsche ich viel Freude an dieser kurzen Fortsetzung!

Ein weiterer, herrlich erfrischender, Schwall Wasser durchfloss meine immer noch knochentrockene Kehle und ich begann mich allmählich besser zu fühlen. Eine ganze Zeit lang hatte ich dort in der Vernehmungszelle gelegen, immerzu auf meinen Bauch gestarrt und gelegentlich hatte ich wohl auch ein lautes Stöhnen von mir gegeben. Ansonsten war, abgesehen von der Sache mit dem lautem Reifenquietschen, was mich vor ca. 20min aus meinem Dämmerschlaf gerissen hatte, nichts Erwähnenswertes geschehen. Langsam kehrten nun auch meine Erinnerungen zurück und ich konnte mich nun auch an einige Fetzten einer heftigen Schlägerei erinnern. Weder wusste ich, wie sie ausgegangen war, noch, und was noch schlimmer war, auf wessen Seite ich mich gestellt hatte. Doch eines wusste ich wohl mit ziemlicher Sicherheit, jedenfalls dachte ich dies: Meine Seite hatte verloren! Mit leerem Blick schaute ich auf die noch halb volle Wasserflasche vor mir und langsam aber sicher gingen ebenfalls die spannenden Ereignisse der letzten Tage in meinen Kopf passé. Ein Schauder durchfuhr mich. Hatte ich es etwa so lange Zeit durchgehalten, um jetzt in irgendeiner Hintergasse abgestochen zu werden, in Kleinteilen in die Kanalisation gestoßen zu werden, nur um irgendeines schönen Tages als von Ratten zerfressende Leiche wieder aufgefunden zu werden?
Meine Befürchtungen erledigten sich, als ein wohlbeleibter und anscheinend prächtig gelaunter Polizist den engen Raum betrat und mich aufmerksam musterte: „Wie ich sehe, hat der Gefängnisarzt gute Arbeit, glänzende Arbeit geleistet und sie befinden sich trotz ihrer Kopfverletzung wieder bei vollem Bewusstsein!“ Mit leicht verdattertem Blick starrte ich zuerst auf den schlampig um meinen Kopf gewickelten Verband und dann auf das glänzende Abzeichen des pummeligen Polizeiangestellten, auf dem in großen Lettern geschrieben stand: „Gefängniswärter – Zuständigkeit: Trackt B Jugendabteilung“. Erneut packte mich an diesem Abend die blinde Panik. Hieß das etwa…? Im Gefängnis war meine Überlebenschance wahrscheinlich noch geringer als in der dunkelsten Gasse Brooklyns. Aber der Bulle nahm mir erneut meine Angst, als er den starren Blick auf sein Abzeichen wahrnahm und darauf meine Mimik gelesen hatte: „Keine Panik! Wir mussten sie lediglich zu ihrer eigenen Sicherheit hier festhalten, jedoch hat sich die Lage nun beruhigt und es ist ihnen frei zu gehen!“ Dass die Sache mit der Lage die reinste Lüge war, war ihm glaube ich selbst klar, aber was war die Alternative? Hierbleiben und langsam verrecken? Ich erhob mich und bewegte mich mit leicht schwankendem Schritt in Richtung der offen stehenden Tür.

Hier war ich nun wieder in der Subway auf dem Weg nach? Wohin eigentlich? Wo war ich jetzt noch sicher? Hatte ich mir diese Frage nicht schon vor Tagen gestellt? Hatte ich nicht etwa schon vor Tagen eine innerliche Antwort auf diese Problematik gefunden?

„Letzter Halt!“ In mir regte sich etwas, was war das? Ich hatte so etwas vorher noch nie so stark verspürt, wie jetzt. Und ich fand eine Antwort: „Angst! Kalte, nackte, pure packende Angst!“

Fortsetzung folgt…

Hinweis: Alle Inhalte, Orte, Zahlen und Namen, die in dieser Geschichte genannt werden sind größtenteils fiktiv und beziehen sich auf keinerlei wahre Begebenheiten!

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