Wichtiger Hinweis zu Anfang: Dies ist die Fortsetzung zur Kurzgeschichte „Nachts mit Drogendealern“. Ansonsten, wünsche ich, viel Spaß und Vergnügen mit der Geschichte!

Es war Nacht, doch der Mond schien wie ein krasses Grauen über New-York. Als sich Rick Ross und seine Gefährten wieder bei Bewusstsein befanden, erhoben sie sich und gingen geschlossen zur 7th Ave, dort erwartete sie ein Audi A8, der mit einer kleinen Schicht Scheinrost überzogen worden war und dem man das Markensymbol abgenommen hatte. Sein Kennzeichen war so mit Dreck verschmutzt, dass man es nicht mehr lesen konnte und als Billy, so wurde er genannt, sah, dass sein Boss sich näherte, entriegelte er den Wagen von innen, richte sicherheitshalber die Waffe auf ihn und fragte: „Ganz schön frisch heute Nacht, was?“ Der Boss antwortete mit dem Codewort und sie stiegen ein. Sie fuhren los, niemand wagte es, etwas zu sagen, und der Boss schien nicht besonders gut gelaunt. Schließlich, als sie sich dem Versteck bereits genähert hatten, wagte Billy es zu fragen: „Und habt ihr ihn erledigt?“ Eine gefühlte Ewigkeit verstrich. Billy hielt den Wagen an. „Knall!“ Eine Kugel hatte seinen Kopf durchquert. Noch einer und die anderen beiden erschlafften. Ross stieg aus dem Wagen und alles wurde schwarz vor Billys Augen, für immer …

Ich streckte mich, ich hatte den ganzen Tag geschlafen, und mittlerweile war es wieder Abend. Was für ein Desaster! Rick Ross würde mich wegen dieses Vergehen bis an sein Lebensende jagen. Ich sollte besser schnell, auf irgendeine Art, meine Identität wechseln … Nur wie, war die Frage? Sollte ich zu einem von diesen Typen gehen, die Ausweise verkauften? Oder würde ein anderer Haarschnitt reichen? Und was dann? Als Bettler mit geklauter Identität auf der Straße verrotten? Nein, ganz sicher nicht! Aber was sonst? Konnte ich überhaupt irgendjemandem trauen? Ein Schock durchfuhr mich? Wusste Ross, wo ich mich befand? War er womöglich schon auf dem Weg hierher? Es klopfte an der Tür. Wer das wohl seien mochte? Doch nicht etwa … Aber es war nur der nette Typ vom Dönerladen gegenüber. „Hey Jack, willst du dir ein bisschen Kleingeld dazu verdienen ? Ich hab´ gerade ’ne Lieferung bekommen! Ich brauch jemanden, der mir den Kram reinbringt, kann aber etwas dauern!“ „Kein Problem!“, Ich sprang auf: „Ich helfe dir, aber nur, wenn ein kostenloser Döner mit extra Portion Curry herausspringt!“ „Na, das dürfte kein Problem sein, komm mit!“

Wir gingen über die Straße. Wir hatten sie schon fast überquert, als plötzlich ein Wagen auf uns zugeschossen kam. Ich schupste den Ladenbesitzer auf den Bürgersteig und wich selbst dem Wagen in letzter Sekunde mit einem geschicktem Sprung zur Seite aus.

Zwei blonde Typen mit Sonnenbrille sprangen aus dem noch fahrenden Wagen, der in den Dönerladen krachte. Sie zogen G36-Sturmgewehre und zielten auf mich. Geschockt hob ich meine Arme und blieb wie angewurzelt stehen. Der Dönerladenbesitzer rannte…

Der Wagen hielt und Ich wurde nach der langen holprigen Fahrt aus dem Kofferraum gezehrt. Ich befand mich in einer leeren Fabrikhalle oder so ähnlich, wie sie so oft am Rande von Großstädten wie New-York zu finden waren und vor mir stand … nein, nicht Rick Ross, sondern so ein anderer Typ, der die Kapuze tief ins Gesicht gezogen hatte. Du bist also der, den Ross tot sehen möchte … Hätte nicht gedacht, dass es ein kleiner dreckiger Straßenjunge wie du es je schaffen würde, ihn so in Rage zu bringen und es dann auch noch fast zu überleben. „Wie heißt du?“ Der Typ hob seinen Kopf und mich durchfuhr ein Schauer, als er seine Kapuze zurückfallen ließ und damit sein Gesicht entblößte. Es war von schrecklichen Narben übersäht und da, wo sein rechtes Auge hätte sein sollen, war nur ein klaffendes verkrustetes Loch …

„Mein Name ist Jack Potter!“, stotterte ich, immer noch erschüttert, wegen des Aussehens des Mannes. „Was haben sie mit ihrem Gesicht gemacht?“ „Oh!“, der Mann lachte auf: „Gefällt es dir? Deins wird sicher noch schöner … Bringt ihn in die Zelle!“ Und mit diesen Worten drehte er sich um und ging davon, einfach so, als ob niemand jemals in der Halle gewesen wäre …

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