Es war Nacht, doch ich hatte keine Angst, was ungewöhnlich war in Anbetracht der Lage, in der ich mich befand. Ich ging um die Ecke. Doch was war das? Ein Schlag von der Seite und ich ging zu Boden! Das Bild vor mir flackerte und ich konnte gerade noch erkennen, wie eine behandschuhte Hand auf mich niederschoss. Ein beißender Schmerz durchfuhr mich, doch ich blieb bei Bewusstsein! Langsam kehrten meine Kampfinstinkte zurück und ich schlug zu. Volltreffer! Der Fremde ging zu Boden, doch kurz darauf war er wieder auf den Beinen. Wie hatte er das geschafft? Egal! Ich hatte gerade genug Zeit gehabt, mich selbst aufzurichten und in Kampfstellung überzugehen. Jetzt war ich bereit! Das glaubte ich jedenfalls, denn mein Gegner duckte sich unter meinem Schlag weg und versetzte mir einen gewaltigen Hieb in den Bauch! Ich ging erneut zu Boden und alles um mich herum wurde schwarz.

Meine Augen schlugen auf. Es war bereits Morgen und es war von der Ferne bereits das Lärmen und Tösen der Motoren und das leise Geplauder der morgendlichen Spaziergänger und mutigen Touristen zu hören, die die 16th Ave durchquerten. Ich richtete mich auf. Mein Kopf und eigentlich mein gesamter Körper waren blutüberströmt. Er hatte wohl noch öfter auf mich eingeschlagen …

Immer noch von der Lage extremst geschockt, kam ich beim Wohnblock an. Was sollte ich erzählen? Würde man mir glauben? Mir viel etwas auf! Ich war überfallen worden und dann sollte man doch meinen, man hätte sie mir gestohlen, aber sie war noch da, die …!

8 Stunden zuvor in einer New-Yorker U-Bahn …

Yehaaaa! Der Beat stimmte und die Subway ratterte nur so vor sich hin. Ich entsperrte mein Smartphone – ein billiges Samsung – und übersprang den nächsten Titel in meiner Spotifymusikleiste – Drake! –  ich hasste den Typen! Er hatte vielleicht ein paar wenige akzeptable Songs, aber ansonsten … Schon wieder … als wollte Spotify mich ärgern! Die nächste Haltestelle –Grand Army Plaza 3 – kam in Sicht und mir wurde leicht mulmig, bei dem Gedanken, wen ich jetzt treffen würde. ..

Aber ihr wisst ja noch nicht einmal, wer ich bin! Mein Name ist Jack Potter, ich bin 13 Jahre alt und komme gebürtig aus Manhattan, allerdings ist meine Mum vor ein paar Jahren gestorben, mein Vater sitzt zurzeit und ich habe keine anderen Verwandten außer so ein paar komische Käuze aus Deutschland. Daher bin ich fü’s erste bei Freunden untergekommen, um dem Heim zu entgehen, denn da wollt ihr wirklich nicht rein! Aber weiter mit der Geschichte!

Dort saß ich nun also und schauderte angesichts dessen, wen ich gleich treffen würde …

Er war klein, aber stämmig gebaut und hatte breite Schultern, wie ein zu klein geratener WWE-Champion. Ich biss die Zähne zusammen und stieg aus dem Zug. Zu beiden Seiten folgten mir Blicke von Männern mit komischen pistolenförmigen Dellen auf dem Bauch. Sie waren also bewaffnet! Diese Erkenntnis lies mich erschrecken. Wussten sie, was ich wirklich im Schilde führte? War dies eine Falle? Ich betete innerlich, dass dem nicht so war, doch ich konnte das Glitzern in seinen Augen sehen, als er fragte: „Wie steht es mit der Lieferung?“ Verwirrt schaute ich auf. Vor lauter Aufregung hatte ich ganz vergessen, warum ich hier war und rief mir die einzelnen Daten nochmal durch den Kopf: „Bestens, wir haben bereits einen Großteil abgesetzt! Allerdings fehlt es uns an Nachschub!“ Rick Ross runzelte die Stirn: „Noch mehr? Wir haben euch bereits mehrere Kilo zukommen lassen. Ich bezweifle, dass ihr das Koks wirklich so schnell absetzt!“ In mir stieg Panik auf, was sollte ich jetzt tun? Etwa losschreien und dann laufen? Nein, ganz sicher nicht! Da viel mir ein, dass ich ja noch einen Trumpf in der Tasche hatte und beschloss ihn einzusetzen …

Rick und seine Komplizen schrieen alle gleichzeitig laut auf, nachdem ich den Schocker auf jeden einmal unauffällig gerichtet hatte und dann den Angriff bestätigt hatte. Ich wusste doch, dass das Ding mir einmal noch irgendetwas bringen würde! Jetzt musste es schnell gehen! Ich wollte gerade losrennen, als mir die goldene Rolex am Arm von Ross auffiel. Ohne groß zu überlegen, schnappte ich mir sie und band sie mir um den Arm…

 

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