Unsere Interviewpartner (v.l.): Marie Borchardt, Rebekka Conen, Finn Korn und Tilman Schug.

Die vier Zehntklässler Finn Korn, Marie Borchardt, Tilman Schug und Rebekka Conen haben ein fünftägiges MINT-Camp an der FH Lingen besucht. Wir haben sie für euch interviewt. Außerdem war Sarah Gründing vom Osnabrücker Institut für duale Studiengänge mit dabei. Sie ist Mitglied des Organisationsteams für das Camp. Nicht interviewt haben wir Ruth Müller und Nadine Leigers, die ebenfalls am MINT-Camp teilgenommen haben.

DER LUDWIG: Könnt ihr uns eine Kurzübersicht über die einzelnen Workshops geben? Warum habt ihr euren Workshop gewählt und war er auch interessant?

Marie: Ich war im Workshop „Elektromagnetische Phänomene in technischen Anwendungen“ bei der Firma Rosen und wir haben viel über Magnetismus und bestimmte Phänomene, z.B. die Lorentzkraft, gelernt. Ich fand es sehr spannend, weil wir in der Firma genau sehen konnten, wie dort gearbeitet wird und die Grundlagen aus der Schule wurden alle veranschaulicht.

Rebekka: Ich war im Workshop „Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff“ und das war in Zusammenarbeit mit der Firma Röchling. Den Workshop habe ich mir ausgesucht, weil ich im Unterricht nicht so viel über Kunststoffe gelernt habe und das eine gute Mischung aus Physik und Chemie ist. Wir haben uns auch die Firme angeschaut und vieles ausprobiert. An einem Tag waren wir noch in Werlte im 3N Kompetenzzentrum, wo wir uns einen 3D-Drucker angeschaut haben.

Finn: Ich habe bei der Firma Esders den Workshop „Druck- und Kraftsensoren – verstehen was drin steckt“ belegt. Dort haben wir eine Waage gebaut. Wir haben dabei sehr viel gelernt, z.B. verschiedene Schaltungen oder alles über eine Messbrücke. Wir haben auch viele neue Sensoren kennengelernt, die man im Unterricht nicht zu sehen bekommt.

Tilman: Ich habe den Workshop „Konventionelle und regenerative Energiesysteme“ gewählt. Konventionelle Energiesysteme sind z.B. Kohle- und Gaskraftwerke und die regenerativen Energiesysteme sind z.B. Solarzellen und Windkraft. Dazu haben wir verschiedene Experimente durchgeführt, um zu sehen worauf man bei solchen Systemen achten muss und was positive und negative Faktoren sind.


DER LUDWIG: In einem Workshop habt ihr etwas über den Sterlingmotor gelernt. Wie funktioniert er und wofür wird er gebraucht?

Tilman: Der Sterling Motor funktioniert, indem man an einer Seite die Luft mit einer Energiequelle unter einem Kolben erhitzt. Dadurch dehnt diese sich aus und treibt an der gegenüberliegenden Seite einen Kolben nach außen. Dort kühlt sich die Luft wieder ab und zieht sich zusammen. Da die beiden Kolben miteinander verbunden sind, geht die Luft wieder zurück zum Kolben mit der Energiequelle und dort dehnt sich die Luft wieder aus. Der Sterlingmotor ist so konstruiert, dass sich die beiden Bewegungen vom Kolben an einer Achse treffen und die dann eine Kreisbewegung ausführt. Diese Erfindung kommt aus dem 19. Jahrhundert und wurde früher als Alternative zur Gasmaschine genutzt, weil sie sicherer war.

Video eines Sterlingmotors:

DER LUDWIG: In einem anderen Workshop ging es um einen Elektromotor. Wofür ist der genau und wie funktioniert er?

Marie: Um den Motor herum sind Spulen und Magnete. Man legt Spannung an den Motor und durch die Lorentzkraft bewegt sich die Spule. Mit der Dreifingerregel und den Magnetfeldern kann man herausfinden, in welche Richtung sich die Spule dreht. Die Spule dreht sich solange weiter, bis man die Spannung von dem Motor ablegt. Jeder Magnet hat Magnetlinien (werden mit dem Elektromotor erschaffen), die von einem Sensor gemessen werden können. Die Firma Rosen hat Molche für Ölpipelines. Das sind Generatoren, die Risse und Dellen in Gegenständen erkennen. Somit kann man mithilfe des Elektromotors Ungleichheiten erfassen und die Probleme beheben.

DER LUDWIG: Das Thema des Camps war „Engineering technischer Systeme“. Was genau ist darunter zu verstehen?

Tilman: Es ging darum, dass man versteht, was die einzelnen Bauteile in einem technischen System für eine Auswirkung auf das System haben, z.B. wie eine Waage funktioniert oder wie der Strom hergestellt wird und welche Tücken dahinter stecken.

Tilmann erläutert den Zuschauern die Ergebnisse der Workshopgruppe.

DER LUDWIG: Nachdem ihr viel erforscht habt, musstet ihr eure Ergebnisse in euren Kursen vor allen anderen vorstellen. Welches Gefühl hattet ihr dabei?

Rebekka: Ich fand es anfangs sehr schwierig, da wir nicht so viel Text auf unsere Plakate schreiben konnten, sondern nur zeichnen sollten und alles andere anhand der Zeichnungen mit Karteikarten erklären mussten. Am Ende war es doch gar nicht so schwer, aber ich war schon aufgeregt.

DER LUDWIG: Habt ihr euch dort wohlgefühlt, vor allem, weil ihr nicht sehr viele Schüler kanntet, da die anderen von anderen Schulen kamen?

Finn: Wir haben uns sehr wohlgefühlt und wir hatten auch sehr viel Spaß.

Rebekka: Auch mit den anderen Teilnehmern… es war mal etwas anderes mit Schülern anderer Schulen zusammenzuarbeiten.

Alle Teilnehmer des Camps posieren für ein gemeinsames Foto.

DER LUDWIG: Habt ihr denn auch viel Neues gelernt?

Tilman: Ich denke, einerseits haben wir viel Neues über die einzelnen Themen gelernt und auch gerade das, was wir im Unterricht so nicht beigebracht bekommen. Und andererseits haben wir viele neue Informationen bekommen, z.B. wie man eine gute Präsentation hält oder auch wie Statistiken in Excel erstellt werden.

Finn: Wir haben ebenfalls einiges über die dualen Studiengänge erfahren, was später auch sehr nützlich sein kann.

Marie: … und auch das Hochschulleben am Campus Lingen mal zu sehen, war wirklich interessant.

DER LUDWIG: Frau Gründing, war es aufwendig, dieses Camp zu organisieren?

Sarah Gründing: Ich war sehr zufrieden mit dem MINT-Camp und bin sehr stolz auf die Präsentationen der Schüler. Es ist wirklich schön zu sehen, dass es allen gefallen hat und neben der durchaus ernsthaften Arbeit so viel Spaß gemacht hat. Und natürlich bin ich froh, dass von der Organisation her nichts schief gelaufen ist.

Unsere Redakteure Carina Bölscher, Max Lüchau und Frau Sarah Gründing vom Institut für duale Studiengänge.

Das Interview führten Carina Bölscher und Max Lüchau

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