Zunächst muss sich fast jeder in dieser Hinsicht ambitionierte Schüler mit Vorurteilen herumschlagen. Der Beruf des Musikers gilt in der heutigen Zeit als der typische Elternschreck. Was ist dran? Schauen wir uns diese Vorurteile einmal genauer an.

Es heißt immer, dass Musiker keine Ausbildung haben. Manche Leute meinen, Musiker ziehen mit ihren Instrumenten und ein paar eigenen Songs durch die Straßen, verdienen etwas Geld und werden dann irgendwann erfolgreiche Künstler. So einfach ist es jedoch nicht, da das Musikbusiness sehr beliebt ist und es große Konkurrenz gibt. Um Musiker zu werden und sich in diesem Business durchschlagen zu können, ist ein Studiengang nötig, in dem man zwischen verschiedenen Genres, Instrumenten oder Fächern wählt. Trotzdem „wird es immer viel Konkurrenz auf diesem Gebiet geben, teilweise mehr als woanders, weil man singen nicht unbedingt studieren muss“, weiß die ehemalige Schülerin Mirjam von Eigen, die Gesang studiert hat.

Außerdem wird oft behauptet, dass Musiker chronisch pleite sind. Die Musikbranche ist sehr groß und dementsprechend schwierig ist es, sich an die Spitze zu kämpfen. Es gibt allerdings eine große Mittelschicht in dieser Branche, der die meisten Musiker angehören. Diese sind zwar keine Weltstars, verdienen aber genug, um von der Musik leben zu können.

Zu guter Letzt wird unterstellt, der Erfolg der Musiker sei so gut wie immer zeitlich begrenzt. Es stimmt schon, dass Musiker im Alter immer weniger auf der Bühne stehen, wobei es auch hier einige Ausnahmen gibt. Dennoch haben Musiker ja nicht nur auf der Bühne die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Sie können beispielsweise an Musikschulen gehen und dort unterrichten und dadurch andere auf ihrem Weg mit eigenen Erfahrungen unterstützen.

Das WGM bietet im musischen Bereich einiges an. Doch taugen diese Vorbereitungen auch wirklich für eine berufliche Zukunft in diesem Bereich? Wagen wir einmal einen genauen Blick in dieses Angebot.

Das WGM bietet den Schülerinnen und Schülern vier Angebote, die als Vorbereitung auf eine musikalische Karriere dienen können.

Hierzu zählen

  • das musisch-künstlerische Profil,
  • der Schulchor,
  • die Schulband und
  • Klassenmusizieren mit Blasinstrumenten.

Frau Rüther und Schüler im Musikunterricht

Am Ende des Jahrgangs 10 müssen die Schülerinnen und Schüler ihr Profil für die Qualifikationsphase wählen (Für die G9-Schüler wird sich da strukturell wenig ändern). Dabei stehen ihnen am WGM fünf verschiedene Profile zur Auswahl. Entscheidet man sich für das musisch-künstlerische Profil, belegt man Musik oder Kunst als 1.Prüfungsfach auf erhöhtem Niveau und Mathe oder Deutsch als weiteres Schwerpunktfach.

Der Schulchor, der seit einiger Zeit von Frau Rüther geleitet wird, veranstaltet jährlich ein Weihnachtskonzert, tritt auf dem Schulfest auf und begeistert die Besucher des Theaterstücks unserer Theater-AG mit kleinen Gesangseinlagen. Durch die Auftritte ermöglicht der Schulchor den Schülerinnen und Schülern Bühnenluft zu schnuppern und bei ersten Erfolgserlebnissen mehr Selbstvertrauen zu gewinnen. „Außerdem ist es natürlich super wichtig zu singen, um singen zu lernen. ‚Learning by doing‘ eben“, erläutert die ehemalige WGM-Schülerin Meike Roth.

Unsere Schulband „Second Floor“ gibt es seit 2013. Sie übt einmal pro Woche mit ihrem Coach Herrn Mäusbacher. Die meisten Auftritte der Schulband sind interne Schulveranstaltungen wie die Weihnachtsfeier und das Schulfest. Die Schulband bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, erste Erfahrungen in einer Band zu sammeln und sich im Laufe der Schulzeit weiterzuentwickeln. Die Problematik, mit der die Schulband zu kämpfen hat, ist die typische Fluktuation in der Schule – hier der Ausstieg von Bandmitgliedern nach dem Schulabschluss.

Seit 2015 gibt es außerdem das Konzept „Klassenmusizieren mit Blasinstrumenten“. Hierzu suchen die Fünftklässler sich im Rahmen eines Instrumentenkarussells ein Blasinstrument aus und erlernen dies dann mindestens zwei Jahre lang. Der Unterricht ersetzt den regulären Musikunterricht, da er die theoretischen Inhalte mit der Praxis verbindet. Ob dieses Konzept Erfolg hat und ob es den Schülerinnen und Schülern auf ihrem weiteren Werdegang hilft, wird sich wohl erst ab 2024 zeigen, wenn die ersten Teilnehmer dieses Konzeptes ihr Abitur haben. „Der Erfolg zeigt sich jedoch schon jetzt bei jedem Auftritt aufs Neue“, erläutert Musiklehrerin Friederike Fleming zufrieden die Entwicklung dieses musikalischen Konzepts.

Alles in allem werden aus den Schülerinnen und Schülern, welche an einem oder mehreren dieser vier Angebote teilnehmen, wohl nicht automatisch Weltstars. Dennoch denke ich, dass gerade der Schulchor und auch das neue Konzept „Klassenmusizieren mit Blasinstrumenten“ die Schülerinnen und Schüler musikalisch fördert, ihnen Spaß am Musizieren bereitet und einen Vorgeschmack auf eine mögliche Zukunft in der Musikbranche gibt. Wir sind als Schule in diesem Bereich also insgesamt ganz gut aufgestellt.

Unsere Gastautorin Wiebke Billek (Jg.12) gibt hier einen Einblick in die Untersuchungsergebnisse ihrer Seminararbeit.

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