Immer schlimmer scheinen die Zustände auf den Toiletten unserer Schule. Mehrmals gab es in letzter Zeit Beschwerden vom Reinigungspersonal, welche sogar mit einem Putz-Boykott der Donnerbalken drohen. Welche Möglichkeiten haben wir nun, um dieses Problem in den Griff zu bekommen?

Die Lösung scheint doch trivial: Wir folgen dem Weg von über 200 Schulen in Großbritannien und montieren Überwachungskameras am Eingang der Schullatrinen. Solche Kameras filmen ja auch sonst schon einen großen Teil unseres Schulgeländes, nämlich fast die gesamte Außenfläche. Also warum nicht auch am Eingang des Ortes, den der ein oder andere nutzt, um „ein Ei“ zu legen? Beschädigungen und den gruseligen Zuständen der Pinkelbude könnten doch somit vorgebeugt werden?

Abgesehen davon, dass eine solche Installation illegal wäre, da die Überwachung an sensiblen Orten, die die Privatsphäre berühren, gesetzlich verboten ist, halte ich es trotzdem für unmöglich.  Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen hat bereits festgestellt, dass Videoüberwachung auf dem Schulgelände die Entwicklung aus Angst vor Überwachung nachhaltig beeinträchtige. Undenkbar ist also nun, welche Auswirkungen ein Eingriff in die noch intimeren Lebensbereiche beim „Boxenstopp“ wäre. Schülerinnen und Schüler hätten aufgrund der totalen Überwachung Angst, „ein Meeting abzuhalten“.

Dieser Vorschlag ist genauso absurd, wie die Einrichtung von Aufsichten durch SchülerInnen oder Lehrkräfte. Man muss den Kindern hohe Verhaltensstandards beibringen, ohne dass sie sich beim Besuch des Lokus beobachtet fühlen müssen. Der Vorschlag der Gruppe „Wir-am-WGM“ ist unter anderem die strengere Ahndung von Vergehen auf den Latrinen, genauso wie die Vermeidung von großen Gruppen, die sich gleichzeitig auf den WCs aufhalten. Das Aufstellen von Kameras oder das Abschließen der Latrinen wurde sogar kurz bei der Sitzung thematisiert, wurde aber abgelehnt, da es illegal ist und so keine Lösung darstellt.

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