In jedem Jahr veranstaltet der 12. Jahrgang der Oberstufe zum Ende des ersten Halbjahres ein Varieté, wie auch in diesem Jahr. Die Schülerinnen und Schüler sammelten über die Monate der 11/12 verschiedene Ideen, Anregungen und Inspirationen und erstellten so, nach und nach, ein bühnenreifes Stück, welches nach einer langen Probezeit dann vor einem großen Publikum in der Aula des WGMs vorgeführt wurde. Die Probezeit begann, ungefähr wie in jedem Jahr zuvor, ca. um die Herbstferien herum. Ab dann wurde getanzt, gesungen und geschauspielert, sodass die Aula bis an ihre Grenzen ausgenutzt wurde. Bevor jedoch das fertige Drehbuch des 12er Jahrgangs eingeübt werden konnte, musste dies zu allererst der Schulleitung vorgelegt und von dieser anschließend genehmigt werden, um keine allzu vulgär oder anmaßenden Gags zu enthalten.

Nach langer Zeit der Proben und viel Blut, Schweiß und Anstrengungen, konnte das Varieté nun endlich am 19./20. und 21. Januar 2017 stattfinden. Es dauerte insgesamt knappe drei Stunden, wobei Pausen, Verlängerungen und Wartezeiten einbegriffen sind und öffnete schließlich mit einem umgedichtetem Song, der sehr an Lieder aus Filmen wie Highschool Musical erinnerte, dennoch eigenständig war und das Publikum den gesamten Abend, aufgrund des hohen „Ohrwurm-Potentials“, begleitete. Anders als in den Vorjahren war das Varieté in diesem Jahr weniger eine Parodie einer berühmten Fernsehshow, als vielmehr schon eine Art Serie mit verschiedenen Handlungssträngen. Unter anderem beinhaltete das Varieté Imitationen einiger Lehrkräfte, den Flug des Abiturjahrgangs nach Bulgarien an den Goldstrand, verpasste Flüge einzelner Passagiere sowie einfache Gags, die einen jeden Gast immer wieder zum Lachen brachten. Die Handlung wurde außerdem begleitet von einem Captain, welcher die Handlung mit seinen Durchsagen immer wieder nach vorne brachte und zum Ende des Varietés dann auch an das Ziel, pure Begeisterung auszulösen und großen Applaus zu kassieren. Auch wenn bei der ersten Vorstellung kleinere Patzer oder Missverständnisse unter den Schauspielern/Schülern herrschten, konnten diese meist erfolgreich kaschiert, oder schnell behoben werden. Abschließend müssen auf jeden Fall die hervorragenden Schauspieler, Sänger, Musiker, Techniker und natürlich auch Tänzer besonders gelobt werden, ohne die das diesjährige Varieté nicht einmal ansatzweise so gut angekommen und durchgeführt worden wäre. Alle Beteiligten haben ihr komplettes Potential ausgeschöpft und einiges ihrer Zeit geopfert, um dem Gast ein einmaliges und lustiges Erlebnis zu ermöglichen, welches den Kartenpreis von 7 Euro (5 Euro für Kinder und Schüler) durch und durch wert war.

Backstage:

Kurz vor der Premiere. Die letzten Wochen wurden durchgeprobt. Neben Schule, Hausaufgaben, während Weihnachten, direkt nach Neujahr. Eine Zeit, in der sich sicher auch der ein oder andere Lehrer gefragt hat, wer überhaupt diese schlafwandelnden Mumien sind, die sich dem Unterricht mehr oder weniger beugen. Es ist Mittwoch ein Tag vor der Premiere. Die letzte Generalprobe steht an. Zwei weitere Durchgänge. Langsam kann man die Lieder nicht mehr hören und findet die Witze nicht mehr lustig. Insgeheim kann man das gesamte Varieté mitsprechen und beginnt langsam zu zweifeln, ob das Publikum doch nicht mehr so ergriffen sein wird, wie wir, als nacheinander die Ideen entstanden und aus einem mehr oder weniger großen Durcheinander ein fester Ablauf entstand. Trotzdem stehen wir bis 24:00 Uhr auf der Bühne. Schließlich war es einer der ersten kompletten Durchgänge in der Aula. Letzte Änderungen wurden vorgenommen, dann ist es so weit. Kurz vor dem Auftritt werden nochmal einige Worte des Mutes gesprochen und vielleicht doch der ein oder andere Kritikpunkt erwähnt. Dann ist Einlass. In den sonst so lauten Umkleiden und Gängen unter der Bühne herrscht auf einmal Stille. Es dauert nicht mehr lang, dann muss alles sitzen.
Auf der Bühne angekommen rauscht das Adrenalin durch die Adern. Letzte nervöse Ausrufe, nach dem eigenen Text, es folgten “toi, toi, toi”- Wünsche, die natürlich niemals mit “Danke” beantwortet werden durften.

Es ertönt die Flugansage. Erneut absolute Stille. Es geht los: das Drama um das schnelle Umziehen, hin- und hersprinten, das vertieftsein in die eigene Rolle, die Aufregung, die von der Bühne auch in die Garderobe weitergetragen wird und natürlich auch das Genießen der Momente auf der Bühne und die Aufmerksamkeit eines gespannten Publikums. Der beste Durchgang, den wir bisher zustande bekommen haben.

Der Ludwig meint: „Eines der besten Varietés der letzten Jahre am WGM und auf jeden Fall sehenswert. Es ist jedes mal unglaublich überraschend wie sehr sich die einzelnen Darsteller anstrengen und arrangieren, um ein Stück solchen Umfangs auf die Bühne zu zaubern.“

 

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