In den letzten Tagen vor der Wahl, am 06.09.2016 haben sich Arne Fillies (Kreistagskandidat) und Judith Moß (Kandidatin für den Stadtrat) die Zeit genommen und uns in der Mediathek besucht, um ein Interview zu führen. Teilweise wird die Junge Union lediglich als kleine Splittergruppe der CDU gesehen, doch wie unabhängig und jung sind denn jetzt Ihre Ideen?

Wir sind jung und wollen erreichen, dass das Emsland noch attraktiver wird. Zwar werden die Bewohner des Emslands immer älter, aber es reicht sicherlich nicht nur die Interessen der älteren Generationen zu vertreten. So müssen wir auch schauen, was interessiert Leute in unserem Alter, junge Leute, was ist für Familien attraktiv, um hier zu sein oder zu bleiben? Wir haben sicherlich gute Grundstrukturen, was unsere Kindergärten und Schulen angeht. Sicherlich gibt es überall Möglichkeiten nach oben, aber die Ausstattung ist nicht schlecht. Hauptsächlich aber müssen wir uns den Freizeitbereich anschauen, also zum Beispiel in Lingen in die Emslandarena, die von den Kommunen gefördert, aber auch das Vereinsleben. Gerade diese vielfältigen Angebote müssen weiterhin gefördert werden. Auch wir in Meppen mit „nur“ 36 000 Einwohner können einiges machen, allein wenn man sich mal die letzten zwei Wochen die Meppener Innenstadt angeschaut hat, konnte man einiges entdecken: das Street-Food-Festival, die After-Work-Party, das Fest der Kulturen, das Jubiläum der TIM, der Citylauf, das Street-Art-Festival… Alleine in den letzten fünf Jahren hat sich einiges verändert, nicht nur hier am WGM, sondern auch wenn man den Weg vom WGM zum Bahnhof läuft, gibt es die neue Fußgängerzone, die MEP und den neuen Bahnhofsvorplatz. Das muss manchmal herausgestellt werden. Als die jungen Leute in der CDU verstehen wir uns so, dass wir auch mal “nachpieksen“ müssen und auf das ein oder andere hinweisen müssen, neue Ideen einbringen und Alternativen vorschlagen. Ich glaube, dass Meppen und das Emsland Potential haben, aber es muss genutzt werden. Wir müssen nicht nur kritisieren, sondern auch ordentliche Vorschläge unterbreiten.

Uns ist auch, als jungen Kandidaten, gerade der Internet-Breitbandausbau wichtig. Deswegen muss aus unserer Sicht der Ausbau um einiges schneller gehen. Egal ob für die Schule, oder den Beruf, es muss ein Internetanschluss mit ausreichender Geschwindigkeit vorhanden sein. Es ist heute essenziell entscheidend für die Unternehmen, oder auch für die Menschen die hier leben möchten.

Wir möchten auch einiges im Bereich der Bildung bewegen, so wurden in den letzten fünf Jahren über 31 Mio. Euro in die Bildung im Emsland investiert. Wir unterstützen Modellklassen mit Tabletes oder Laptops in Lingen an zwei Modellschulen dort, in denen flächendeckendes WLAN für alle Schüler angeboten wird. Zudem möchten wir die Digitalisierung vorantreiben, demnach kann man auch auf kommunaler Ebene einige Dinge ändern. Es sollen Online-Clouds an Schulen genutzt werden, um die Verfügbarkeit von Unterrichtsmaterial für alle Schüler auch im Nachhinein zu gewährleisten. Das ist nicht nur ungemein praktisch, sondern schont auch die Umwelt.

Zudem brauchen wir in Meppen viel mehr freie WLAN-Netze, das wäre nur zeitgemäß. Vorschläge für Hotspots könnten unter anderem der Marktplatz, oder  Plätze am Wasser sein, um Touristen anzulocken.

Ein weiterer entscheidender Punkt sind die Finanzen. Wir stehen sicherlich nicht schlecht da, aber wir schieben auch Schuldenberge vor uns her. Es liegt gerade in unserem Interesse als junge Generation, dass wir nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen und wir müssen auch versuchen, die Schulden, die da sind, Stück für Stück abzubauen.

Es hieß gerade schon, wir müssen, was verändern und innovativ bleiben, aber doch gerade an die CDU wird die Kritik geäußert, dass sie zu starr ist und sich nur bewegt, wenn sie von außen dazu gezwungen wird. Ist die Junge Union jetzt der Teil, der die neuen Ideen in die CDU hineinträgt?

Das ist sicherlich eine gute und berechtigte Frage. Vieles läuft gut, aber das darf nicht zu einer Trägheit oder gar einem Stillstand führen. Man muss immer auch sehen, dass wir viel erreicht haben, aber ich denke, dass wir eine bessere Durchmischung und Abbildung der Gesellschaft in den Parlamenten brauchen, um daraus Synergieeffekte zu erlangen. Ich glaube einfach, dass wir als junge Leute noch anders an die ganze Sache herangehen. Ich denke wir stehen auch stärker für Transparenz, als das bisher der Fall war und für überparteiliche Arbeit. Teilweise wird sich gewundert, warum junge Leute nichts von den Projekten der Parteien oder der Kreisregierung mitbekommen. Aber woran liegt das? Man muss sich nur einmal den Internetauftritt der Parteien ansehen. Zeitung liest hier vielleicht noch jeder zweite, das reicht als Informationsmedium nicht aus.

Weitere wichtige Kernpunkte:

Bereitstellung von medizinischer Versorgung

Erhalt von „Tante Emma-Läden“

Ausbau des Bussystems (auch außerhalb der Schulzeiten)

Erhöhung der Polizeipräsenz

Ausbau der Ausstattung vieler (ehrenamtlicher) Helfer

Erhalt kleinerer Schulen, sodass das Schulangebot für jeden erreichbar ist

Letze Woche waren die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern, was denken sie, in wie fern werden sich die Ergebnisse ähneln?

Mecklenburg-Vorpommern ist nicht das Emsland. Ich glaube, es sind zwar ein Fünftel der Bevölkerung AfD-Wähler, aber mit Diffamierungen kommt man nicht weit. Man sollte sich mit dem Kern auseinandersetzen: Wieso gibt es einen derart großen und unzufriedenen Anteil in der Bevölkerung?

Was die AFD verspricht, mag zwar zunächst für den ein oder anderen toll klingen, wenn man dann jedoch hinter die Fassade schaut, gibt es entweder kein Durchsetzungskonzept, oder es ist nicht machbar.

Ein Satz, warum man euch wählen soll:
Wir sind junge Leute, die nicht vorbelastet sind und die wissen, was auch Knackpunkte sein können. Wir wollen diese Kritikpunkte aufnehmen und mit in unsere Arbeit einfließen lassen und wir möchten den etablierten Parteien, auch parteiübergreifend, diese jungen Ideen „einhauchen“ und für die jungen Leute etwas bewegen. Kurz und knapp: Wir wollen uns engagieren, weil wir Bock haben!

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