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„Die Generalprobe. Nach wochenlangen Einfindungen in dem großen Musikraum, der sich bereits wie ein zweites Zuhause anfühlte, stand sie nun endlich vor der Tür! Die erste Probe zusammen mit der Theater-AG. Die große Probe mit den vielen ersten Malen. Das erste Mal, dass wir das Stück komplett sahen. Das erste Mal, dass wir in der Aula aufführten. Das erste Mal, dass Frau Rüther (Leiterin des Chors) uns mit einem Keyboard begleitete und nicht mit dem schwarzen Klavier. Das erste Mal, dass wir Angst vor dem ersten Auftritt bekamen UND sage und schreibe das erste Mal, dass wir uns über das Ausmaß der ganzen Situation bewusst wurden. Am nächsten Tag war es dann so weit… Um 18:30 Uhr trafen wir uns zum Einsingen. Nur noch eineinhalb Stunden bis zur Aufführung. Die ersten Töne wurden gesungen und so langsam die ersten Unsicherheiten besiegt. Ganz durchsingen durften wir die Lieder jedoch nicht.“

„Wir müssen die Spannung für das Stück nachher aufrechterhalten!“ – Rüther

„Daraufhin wurden die letzten Proben zum rechtzeitigen Aufstehen durchgeführt.“ (-Chor)

„So langsam wird es draußen dunkel, während in der Aula die Scheinwerfer immer heller zu strahlen beginnen. Nach einer letzten progressiven Muskelentspannung steigt die Nervosität dann doch wieder, während wir lautstark um den Baum vor der Aula laufen. Das sieht vielleicht komisch aus, aber es ist bei uns in der Theater-AG nun einmal Tradition. Wir tragen während des Baum-Laufs immer wieder einen Satz vor, der unsere Rolle unserer Meinung nach am besten beschreibt. Nach diesen letzten „Proben“ geht es dann wieder in die Garderoben. Es ist eine seltsame Stille dort, doch die Spannung der Aufregung ist deutlich zu spüren. Noch ein letzter Blick in den Spiegel, etwas Cola für Simon, Puder für Josua, ein letzter Witz von Jonas über Sophia und Valeria und ein professioneller Rat von Katherina. Dann geht es endlich auf die Bühne. Jetzt hat die Nervosität ihren Höhepunkt erreicht: das Gemurmel der Zuschauer wird leiser, das Licht gedämmt bis zur vollkommenen Dunkelheit. Dann durchbricht Katharinas Stimme das Schweigen: das Stück beginnt. Der Chor füllt die Aula mit Musik.“ (-Theater- AG)

„Nach dem Eintreffen in der Aula und dem Dimmen des Lichtes im Zuschauerraum, dauerte es nicht mehr lange bis zu dem ersten Lied: „Bohemian Rhapsody“ ursprünglich von Queen. Der Text mit einzelnen Überarbeitungen von Frau Bechtluft und Frau Rüther führten zu dem Endwerk, dass neben seiner übertriebenen Wehleidigkeit und der damit auszudrückenden Ausweglosigkeit Traps, nach der Autopanne und der fehlenden Unterkunft, eine inhaltliche Äquivalenz zu dem Stück aufweist.“ (-Chor)

„Simon und ich singen tonlos hinter der Bühne mit, dann wird es wieder still, jetzt ist es so weit: der Vorhang öffnet sich, alle Scheinwerfer und Augenpaare sind auf uns gerichtet, doch die Spannung verfliegt. Nun sind wir in unserem Element! All die Wochen und unzähligen Stunden haben sich gelohnt. Wir sind nicht mehr wir, sondern vollkommene Marionetten Dürrenmatts.“ (-Theater- AG)

„Beeindruckt von den schauspielerischen Leistungen der Theater-AG unserer Schule, kam uns allen die Zeit bis zum nächsten Beitrag, unsererseits, viel kürzer vor als sie eigentlich war. Unser „Take me to Church“ im Originalen von Hozier erfüllte den Raum. Ursprünglich war dieses Lied im Sinne der Intoleranz der katholischen Kirche und Teilen der Gesellschaft gegenüber Homosexualität komponiert. Im Zusammenhang mit Dürrenmatts „Panne“ haben wir uns dazu entschieden die Strophen auszulassen um neue Akzente in dem Lied zu setzen. Traps war nach dem gesellschaftlichen Abend mit den pensionierten Herren, welche sich dazu entschieden die Privatjustiz in ihrem Hause walten zu lassen, unter solch einem psychischen Druck gesetzt, dass er seiner Position als Unschuldiger nicht weiter stand halten konnte. Er war komplett am Boden zerstört und dachte bereits selber einen Mord begangen zu haben. „Take me to Church!“ unter dem Motto: „Ich gestehe/ ich beichte! ICH bin ein MÖRDER! Führt mich zu Gott, dort wo er richten wird über die Lebenden und die Toten!“ Doch das war noch nicht alles. Direkt nach dem Vortragen des allmählichen Ohrwurms, den nahezu jeder von uns in den Pausen vor sich hin trällerte, ging es geradewegs die Treppen hinunter, vor den Eingangstüren der Aula. Ein letztes Mal wallte in uns die Aufregung auf, aber wie bei den Malen zuvor stellte auch sie sich wieder nach dem ersten gesungen Ton ein. Dann hieß es möglichst synchron an beiden Seiten des Publikums entlang zur Bühne (und bloß nicht wie in der Generalprobe stolpern…). Hinter der Bühne angekommen setzte der Schuss Traps an und nach den letzten Worten der Schauspieler, schloss sich der Vorhang! Erleichterung machte sich breit und zugleich kam erneut Unruhe auf, denn nun hieß es: ein letztes Mal auf die Bühne zur Verbeugung. Der Applaus der Zuschauer machte alle Anstrengungen wett!“ (-Chor)

„Als sich der Vorhang schließt, sind die Gefühle gemischt: Freude, weil es geschafft ist, Enttäuschung, weil es schon wieder vorbei ist und Stolz über den Applaus des Publikums. Auch danach ist der Adrenalinschub immer noch gewaltig. Wie jedes Jahr hat es unglaublichen Spaß gemacht und wir haben bewusst genossen, noch ein letztes Mal mit Katharina auf der Bühne zu stehen, da sie nächstes Jahr ihr Abitur haben wird und die Schule verlassen muss. Wir hoffen es hat euch auch dieses Jahr gut gefallen. Wir danken allen, die uns geholfen haben: Der Technik, der Theater-Gemeinde und vor allem unserer Regisseurin Ellen Bechtluft. Hoffentlich kommt ihr nächste Jahr wieder! – Eure Theater- AG“

„Allein wer den Prospekt gelesen hat weiß, dass „Die Panne“ ein sehr anspruchsvolles und schwieriges Stück sein muss. Dieses konnten die talentierten Schauspieler aber perfekt verkörpern und man hatte das Gefühl, dass sie nicht mehr sie selbst, sondern wirklich ihre Rolle waren. So zum Beispiel auch in meiner Lieblingsszene, in der der Rechtsanwalt ein ernstes Wörtchen mit dem Angeklagten redet. Dieser neigt nämlich dummer Weise dazu, sich ständig zu verplappern. Lange, schwierige Texte wurden zudem nie langweilig, weil die Schüler sie ohne Probleme aufsagten. Dabei betonten sie jeden Satz so fesselnd, dass man ihnen wortwörtlich an den Lippen hing. So interessierte ich mich von Anfang an, bis zum Ende hin immer mehr für das Stück und war schließlich ganz gespannt, wie es nun ausgehen würde. Doch nicht nur das Theaterstück, sondern auch der Chor war äußerst beeindruckend. Mit der witzigen „Rhapsody“, in der einem das lautstarke „Mama“ eine Gänsehaut über den Armen laufen ließ, und dem unglaublich ausdrucksstarken „Take me to Church“, haben sie das Stück sehr gut unterstützt. Letztendlich war dies ein toller Abend, der einen zwischendurch immer wieder zum Nachdenken anregte, da man viele Bezüge zum eigenen Alltag herstellen konnte. Zudem war mir vor dem Sehen des Stücks nicht bewusst, inwiefern man sich einreden kann, einen Mord begangen zu haben. Was kann einen Menschen dazu bewegen sein eigenes Todesurteil auszusprechen? Was kann einen Menschen so tief verletzen, dass er letztendlich um eine Strafe bettelt? Zu meinem Erstaunen schien dies alles zum Ende gar nicht mehr so absurd zu sein! Es ergab einen Sinn. Es musste darauf hinauslaufen, dass Traps selbst einsieht, dass er diesen eigentlich konstruierten Mord, begangen hat! Jedes kleinste Detail, welches Staatsanwalt und Richter aufgenommen hatte, wurde auf logische Weise zu einem Puzzlestück verdreht und dies zu einem Bild zusammengesetzt, welches letztendlich Traps mit der Pistole am Kopf zeigt.“ (-Zuschauer)

Johanna Keuper, Theater- AG
Anne Lienstromberg, Zuschauer
Lena Bohnenstengel, Chor
Lennart Müller, Fotos

 

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Der Schulchor sorgte am Abend für die musikalische Begleitung!

 

 

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